Antrag auf eine Projektwerkstatt

Name: AirTrak Airship

 

ProjektwerkstŠtten haben an der TU Berlin eine lange Tradition. Studenten bekommen hier seit Ÿber 25 Jahren die Mšglichkeit, eigenverantwortlich und selbststŠndig in Form eines eigenen Projekts ihre Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Dabei stehen RŠume, sowie ein finanzieller Rahmen in Absprache mit den entsprechenden Fachgebieten, durch die UniversitŠt zur VerfŸgung.

Am Institut fŸr Luft-und  Raumfahrttechnik arbeiten Studierende verschiedenster Fachrichtungen derzeit noch in der Projektwerkstatt ãIsoLuftschiffÒ. Das Projekt umfasste dabei die Entwicklung eines innovativen, Ressourcen schonenden und fernsteuerbaren Hei§luftschiffs. Die innovative HŸlle Dieses ist damit in der Lage, im Vergleich zu anderen Leichter-als-Luft-Systemen nachhaltiger und kostengŸnstiger betrieben zu werden. Aus diesem Grund soll das Isoluftschiff als technische Grundlage fŸr die neue Projektwerkstatt eingesetzt werden. Hei§e Luft ersetzt das teure und nicht Ÿberall verfŸgbare Helium.  Die UnabhŠngigkeit vom Helium als Traggas und damit eine enorme FlexibilitŠt (Propangas als Heizgas gibt es weltweit) bietet das bereits gefertigte Luftschiff.

 

 

 

Die Projektwerkstatt (PW) wird praktisch und theoretisch gleicherma§en geprŠgt sein. Das Konzept wird in mehrere Teilbereiche gegliedert sein, im Folgenden ãMilestonesÒ genannt. Milestones beinhalten Themengebiete aus den verschiedenen an der TU angesiedelten Fachbereichen. Die Mšglichkeit von Studienarbeiten oder Bachelorarbeiten wird mehrfach geboten sein. Studierenden wird die Mšglichkeit geboten ihr erworbenes Wissen in ihrem Fachgebiet in der PW an einem realen praktischen Projekt anzuwenden, zu vertiefen und daraus ein Gewinn fŸr sich und das Projekt zu erhalten.

Organisation

 Zu Beginn jedes Semesters werden die Milestones festgelegt. Diese haben praktischen oder theoretischen Charakter und werden in kleinen Teams bearbeitet. Die Teams kšnnen unabhŠngig voneinander arbeiten, sind aber im stŠndigen Informationsaustausch in Form von wšchentlichen gemeinsamen Gruppentreffen. Nach dem erfolgreichen Bearbeiten der theoretischen Milestones werden, in Form von Referaten, die Ergebnisse prŠsentiert. Erfolgreiche praktische Milestones werden dokumentiert und der gesamten Gruppe vorgefŸhrt. Bedeutende Ergebnisse werden šffentlich in Form von Plakaten oder VortrŠgen publik gemacht.

Die Vergabe von mšglichen Leistungspunkten (LP) bzw. wenn Ÿberhaupt auch die Anzahl derer, wird mit den zustŠndigen Hochschullehrern und Kommissionen im Vorfeld ausgiebig besprochen. Sofern die Studierenden LPÕs  wŸnschen, werden sich die zwei Tutoren um die notwendigen Formalien kŸmmern, sofern realisierbar.

Zu den Aufgaben der Tutoren gehšrt des Weiteren die Organisation (Lehrplan erstellen, Lehrplan kontrollieren, Milestones erstellen und kontrollieren, Gruppentreffen vorbereiten und nachbereiten, Teamarbeit unterstŸtzen, Materialien beschaffen) zu Ÿbernehmen und den erfolgreichen Ablauf und ZukunftsfŠhigkeit der PW zu gewŠhrleisten (Kontakte zu potentiellen Interesserenten herstellen und pflegen, dazu u.a. Besuch von Messen / Veranstaltungen / Institutionen).

 

Das Konzept im Detail

Das neue Konzept und zugleich auch Namensgeber fŸr die neue Projektwerkstatt hei§t LufttrŠgerkonzept (AirTrak Airship). Dieses soll sich in zwei Sparten aufteilen. VordergrŸndig steht die UnterstŸtzung von Rettungsorganisationen bei KatastropheneinsŠtzen. Daneben existiert die Mšglichkeit der Nutzung fŸr unterschiedlichste Aspekte aus dem Angebot der Lehre an der TU. Mšgliche Nutzungsmšglichkeiten werden im weiteren Verlauf aufgezeigt.

Eine militŠrische Nutzung wird generell ausgeschlossen und wird weder angestrebt noch Anfragen diesbezŸglich bearbeitet! Eine reine zivile Nutzung mit gemeinnŸtzigem Aspekt ist die Arbeitsgrundlage.

Ein LufttrŠger kann ferngesteuert oder autonom gefahrlos fŸr Menschen, momentan oder dauerhaft, lebensfeindliche Gebiete erreichen und verschiedenste Aufgaben erfŸllen. Bestandteil des Konzeptes ist eine adaptive Nutzlastvorrichtung, die es ermšglicht in schnellstmšglicher Zeit das Equipment zu wechseln (vgl. gro§e CNC Maschine mit Werkzeugwechselvorrichtung).  Je nach Katastrophenart kann man den LufttrŠger schnellstmšglich ausrŸsten. Der Vergleich mit einem Multitool (Schweizer Taschenmesser) ist durchaus angebracht.

Aerodynamische FluggerŠte (Flugzeuge, Hubschrauber) leiden unter dem Problem, dass sie ihre Hšhe bzw. eine stationŠre Position nur dann halten kšnnen, wenn sie ihre Antriebsleistung dafŸr einsetzen. Somit sind sie denkbar ungŸnstig, wenn es um stationŠre Aufgaben geht. Hier kann unser Konzept punkten. Ein Aerostat benštigt nur vergleichsweise sehr wenig Leistung um die Hšhe bzw. Position zu halten.

Vorteile der Grundlage

á      Isolierung der HŸlle -> 50% lŠngere Flugdauer bei gleicher Menge Brennstoff

á      flexibles Nutzlastkonzept

(XX% Flugzeit | XX% Brennstoff | XX% elektrische Energie in Summe 100%)

á      schnelles Auf- und AbrŸsten

á      preiswerte Betriebskosten (Vergleich Propan – Helium)

Abgrenzung zu einem Quadrokopter

á      hšhere Nutzlast

á      hšhere stationŠre Ausdauer

á      kleinste Transportabmessungen (passt in einen Kofferraum, keine starren Teile)

á      MassentrŠgheit auf Grund der Grš§e ermšglicht einfache autonome Steuerung sowie vibrationsfreie BildŸbertragung und –aufnahme

Ein mšgliches Katastrophenszenario wird im Folgenden eršrtert und wie das

AirTrak Airship dabei hilfreich zur Seite stehen kann:

Exemplarisches Vorgehen

Folgendes Krisenszenario: Waldbrand

Zu Beginn steht die UmrŸstung auf das notwendige Werkzeug (was die Experten benštigen) am LuftschifftrŠger.

Um mšglichst einen realistischen Eindruck zu erhalten, werden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr mšgliche Missionsparameter bestimmt.

á      Missionsparameter bestimmen (Aufstiegsort, stationŠrer Aufenthaltspunkt oder Flugroute, Abstiegsort)

á      Missionsart: †berwachung / Messung / Koordinierung

á      Missionsdauer: je nach LŠnge wird die BefŸllmenge errechnet bzw. Anzahl der Neubetankungen

á      Steuerung: autonom oder manuell

Nach erfolgter Bestimmung aller notwendigen Parameter, zusammen mit den Experten, geht es an die theoretische Ausarbeitung fŸr das Szenario. Danach erfolgt die praktische Umsetzung in der Umwelt. Ein Brand wird hierzu nur simuliert. In Anwesenheit von Experten, hier der Feuerwehr, wird eine detaillierte Auswertung vorgenommen, die mšgliche SchwŠchen des theoretischen Ablaufs offenbart. Nach †berarbeitung derer erfolgt ein weiterer Probelauf. Wenn der Ablauf als sicher und optimiert gilt, wird hierzu eine Dokumentation angefertigt welche die jeweilige Rettungsbehšrde als Handbuch benutzen kann.  

Ein Milestone besteht aus dem theoretischen und praktischen Bearbeiten eines Krisenszenarios. Der Umfang umfasst ein Semester mindestens. Milestones mit nicht Katastrophencharakter kšnnen auch weniger Umfang besitzen, bspw:

Exemplarisches Vorgehen

Folgendes Szenario: Geologische Vermessung

Zu Beginn steht die UmrŸstung auf das notwendige Vermessungsequipment (was die Experten benštigen) am LuftschifftrŠger.

á      Missionsparameter bestimmen (Aufstiegsort, Flugroute, Abstiegsort)

á      Missionsart: Vermessung

á      Missionsdauer: je nach LŠnge wird die BefŸllmenge errechnet bzw. Anzahl der Neubetankungen

á      Steuerung: autonom

 

Nach erfolgter Bestimmung aller notwendigen Parameter, zusammen mit den Experten, geht es an die theoretische Ausarbeitung fŸr das Szenario. Danach erfolgt die praktische Umsetzung auf dem zu vermessenden GelŠnde. Eine †berprŸfung mit zuvor verwenden Hilfsmittel kann die EinsatzfŠhigkeit fŸr das Szenario verifizieren. Anschlie§end wird auch hierzu eine Dokumentation angefertigt welche fŸr die kommenden Vermessungen verwendet werden kann.

Allein aus den zwei angefŸhrten Beispielen wird deutlich, dass das Konzept zukunftsfŠhig und vielseitig adaptierbar ist und somit auch langfristig ein innovativer Bestandteil der Lehre an der TU Berlin werden kann.

Exemplarisch seien hier nur  momentane im GedŠchtnis schwirrende Szenarien angefŸhrt:

Mšgliche Anwendungsgebiete

á      Kamera- und Kommunikationsplattform fŸr Veranstaltungen, z.B. zur stationŠren Beobachtung von oben (siehe: Verhinderung Menschenstau im Tunnel :Love-Parade)

 

á      zur Verkehrsregelung (siehe: franzšsisches Polizeiluftschiff[1] )

 

á      †berwachung (Waldbrand)

 

á      Messungen (meteorologische Daten)

 

á      Vermessungen (geologisch), Energetisch an GebŠuden mittels WŠrmekamera

 

á      Technische †berwachung (bspw. PipelineŸberwachung [2])

o   Mittels GIS UnterstŸtzung lie§e sich eine preiswerte Kontrolle vom gesamten Pipelinenetz in Deutschland realisieren. Dazu wŸrde der LufttrŠger mit den Sensoren ausgestattet und fliegt autonom GPS und GIS gesteuert die Pipelines entlang.

 

á      Hilfsmittel fŸr Organisationen wie

o   Feuerwehr

o   Technisches Hilfswerk

o   Polizei ggf. DRK

 

á      Zusammenarbeit mit der UdK, dass AirTrak Airship als Kunstobjekt

 

Das AirTrak Airship profitiert von in den letzten Jahren gewonnen Erkenntnissen der ProjektwerkstŠtten, die sich mit Luftschiffen auseinander gesetzt haben. Des Weiteren ermšglichen neue Technologie damals ungeahnte Mšglichkeiten, die unser Konzept realisierbar machen.

Technologie – Aspekte

á      Weltweit einzigartiger Einsatz von isoliertem HŸllenmaterial im Luftschiffbau

 

á      Manuelle Steuerung mit sicherer 2,4 GHz Fernsteuerungstechnologie, dadurch hohe Ausfallsicherheit und gro§e Reichweite bis zur Sichtgrenze

 

á      Autonome Steuerung lŠsst sich durch heutige OpenSource GPS Systeme (bspw. ArduinoPilot[3]) preiswert und flexibel realisieren. Am Boden werden mehrere Fixpunkte eingespeichert und das AirTrak Airship fliegt autonom die zuvor einprogrammierte Route ab.

 

á      Einsatz von angepasster FunkvideoŸbertragung kann dem Piloten einen Blick von oben auf das GelŠnde geben.

 

á      Einsatz eines gekoppelten Systems aus GPS und Druckmessung in Kombination mit einer automatisierten Hšhenregulierung ermšglicht ein sehr prŠzises Position bzw. Hšhehalten, dass bspw. genutzt werden kann fŸr PrŠzisionsmessungen.

 

 

Motivation

Studierende sollen im Rahmen der Hochschulausbildung die Mšglichkeit erhalten, ihre praktischen Kenntnisse in selbst ausgesuchten Projekten umzusetzen. Die ProjektwerkstŠtten bieten hierzu wie kein anderes Instrument die beste Gelegenheit.

Die gewonnen Erkenntnisse und Leistungen der abgeschlossenen Projektwerkstatt ãIsoLuftschiffÒ sollen erhalten bleiben und in eine neue Projektwerkstatt einflie§en.

Alle beteiligten Studierenden sehen einer WeiterfŸhrung ihres bisher Geschaffenen positiv entgegen.

 

Aspekte der Lehre

Einige technologischen Aspekte sind noch nicht Bestandteil der Ÿbernommenen Grundlage. Daher bietet die PW die Mšglichkeit fŸr die Studierenden mittels Studienarbeiten oder gar Bachelorarbeiten die Entwicklung entscheidend voranzutreiben. Denkbar wŠren hier Themengebiete wie:

á      Informatik -> Bau und Adaption eines GPS Systems

á      Informatik -> Bau einer Druckmessung

á      Technische Informatik / Elektrotechnik -> Kombination beider System zu einem Hšhenregulierungssystem

á      Bauingenieure -> Entwurf eines leichteren TrŠgersystems, bspw. aus Bambus -> Zusammenarbeit mit der PW Nabu

á      Luft- und Raumfahrtingenieure -> Verbesserung der Aerodynamik und Manšvrierbarkeit fŸr zukŸnftige AirTrak AirshipÕs.

á      Geologen -> GIS Datengewinnung weltweit

á      Energietechniker -> mittels WŠrmebildkamera einen Energiepass fŸr die TU Berlin erstellen

á      BWL -> Wirtschaftsplan erstellen fŸr eine FirmengrŸndung

 

Zukunft

Ausgehend von den erzielten Ergebnissen und Erfahrungen bzgl. der Akzeptanz des AirTrak AirshipÕs wŠre eine GrŸndung einer Firma denkbar. Die Firmen kann dabei auf das gewonnene Know-How zurŸckgreifen. Sofern ein erstellter Businessplan zukunftsfŠhig erscheint, wŠre eine GrŸndung mittels GrŸnderinitiative an der TU Berlin wŸnschenswert. Studierenden hŠtten somit die Mšglichkeit bspw. Praktika, Studienarbeiten oder auch Bachelor o. Masterarbeiten zu schreiben in der Firma zu schreiben. Die Vielfalt der Anwendungsmšglichkeiten lŠsst auch Ÿber den angesetzten Zeitraum von zwei Jahren hinaus noch einiges an Entwicklungspotential zu. Somit besteht die Mšglichkeit der Uni etwas von dem investierten zurŸckzugeben und in die Lehre einflie§en zu lassen.

Ziele

á      Umbau des IsoLuftschiffÔs auf das LufttrŠgerkonzept

á      Erprobung der EinsatzfŠhigkeit AirTrak AirshipÕs in verschiedenen Szenarien (siehe Mšgliche Anwendungsfelder)

á      Entwicklung – und Weiterentwicklung einer autonomen Steuerung

á      Anfertigen eines Handbuches fŸr die erprobten Szenarien

 

 

Zielgruppe

Studierende der FakultŠten 5 & 6

á      Luft- und Raumfahrttechnik

á      Informatik / technische Informatik

á      Elektrotechnik

á      Energietechnik

á      Geologen

á      Bauwesen

á      Mechanik

á      BWL

á      und weitere É

Die Studierenden sollen in Eigenregie unter vorheriger Zielsetzung arbeiten kšnnen. Daher wŠre eine Teilnahmeempfehlung ab dem 3. Semester auszusprechen.

Milestones

á      Umbau und Endmontage des IsoLuftschiffÔs auf das neue Konzept

á      u.U. Neukonstruktion des T-TrŠgers unter dem Luftschiff fŸr variable Equipment Aufnahme

á      Erprobung der LeistungsfŠhigkeit & Ausdauerleistung

á      Szenarien: Waldbrand, Vermessung, Messung

á      Dokumentation aller Erkenntnisse und Erfahrungen

Abschlussbericht

á      komplette Erprobung des AirTrak Airship

á      Handbuch

á      Chancen fŸr das AirTrak Airship in der Zukunft

Umfang der Projektwerkstatt

á      2 Tutoren mit jeweils 40 SWS

á      Mšglichkeit fŸr Teilnehmer LP Punkte zu erhalten (mit Benotung o. ohne)

Beginn der Projektwerkstatt

á      WS 2011

Ende der Projektwerkstatt

á      WS 2013

Finanzierungsplan

á      Siehe Anhang



[1] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Paris_police_Zeppelin_DSC04693.JPG&filetimestamp=20050622074234

[2] http://www.gi-tage-nord.de/download/2008_04_02_GTN_01_04_Runge.pdf

[3] http://diydrones.com/profiles/blogs/ardupilot-main-page